Caritas Zürich Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden.
Unser Newsletter informiert Sie über aktuelle Projekte und Events von Caritas Zürich sowie Themen rund um Familienarmut im Kanton Zürich

Newsletter abonnieren

Nora A.: Wenn es einfach nicht reicht

Nora A. ist eine von über 100 000 Armutsbetroffenen im Kanton Zürich. Die Mutter von vier Kindern hat während der Corona-Krise ihren schlecht bezahlten Job in der Reinigung verloren.
Nora1_Subs

Vor 20 Jahren gründete Nora A. mit ihrem damaligen Mann eine Familie – drei Mädchen machten das Glück komplett. Vorerst. Die Ehe hielt 10 Jahre, und dann ging es bergab. Nora arbeitete wie verrückt, meist in der Reinigung, schlecht bezahlt und auf Abruf, um ihre drei Töchter und sich selbst durchzubringen. 2014 heiratete Nora erneut, einen Libanesen mit B-Bewilligung, und bekam ihr viertes Kind – wieder eine Tochter. Gleichzeitig löste sie sich von der Sozialhilfe aus Angst, ihr Mann könnte seinen Aufenthaltsstatus verlieren. Herr A. arbeitete als Kurierfahrer, und irgendwie ging es, obwohl Familie A. trotz zweier Jobs nicht einmal das Existenzminimum erwirtschaftete. 

Nora2_Subs
Und dann kam Corona: Die Touristen-Apartments, die Nora zuvor während drei Tagen pro Woche reinigte, wurden nicht mehr gebucht; ihr Arbeitgeber kündigte ihr. Zudem wurde ihr Mann auf Kurzarbeit gesetzt, verlor 20 Prozent von seinem ohnehin schon tiefen Lohn. 

Die Wohnung konnte die Familie zwar dank Geldern von der Glückskette behalten, dafür fehlt es an allem anderen. Mit dem Tram in die Stadt, Freunde treffen? Für die vier Töchter unmöglich, weil das Geld fürs Trambillett fehlt. Zusammen mit der Sozialberatung von Caritas Zürich arbeitet Familie A. an Lösungen, um die Situation zu beruhigen. 

Die aktuelle Krise zeigt: Familien, die sich mit prekärer Arbeit über Wasser halten müssen, sind besonders gefährdet, vollends in die Armut abzurutschen. Deshalb: Arbeit muss fair und existenzsichernd sein. 
Nora A. hat während der Corona-Krise ihren schlecht bezahlten Job verloren