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Anita W.: Immerhin sind die Kinder gesund

Immerhin konnte sie während des Lockdowns arbeiten – ihr Job im Verkauf wäre systemrelevant, hat es geheissen. Und immerhin sind die Kinder gesund.

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An Essen fehle es nie, sagt Anita, dafür sonst an vielem. Geld, Zeit, Bildung. Selbst mit einer psychisch kranken Mutter aufgewachsen, will sie ihren Kindern ein ähnliches Schicksal ersparen. Achtet darauf, dass sie richtig essen und etwas lernen. Ihre eigene Mutter – ein ehemaliges Verdingkind – hat sie schon früh zum reinen Arbeiten angehalten; was eine Lehre ist, wusste sie nicht. 

Anita ist eine klassische Working Poor, erzieht ihre vier Kinder zum grössten Teil alleine, arbeitet viel – und doch reicht es immer nur grad so knapp. Der Ex-Mann hilft zwar mit, wenn Anita in den Abend hineinarbeiten muss, finanziell ist er aber keine Stütze.

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Zwei ihrer Kinder verbringen einen Teil ihrer Freizeit mit ihren Patinnen und Paten aus dem Caritas-Projekt «mit mir» – wichtige Momente für die Kinder. Und doch würde Anita diese Zeit lieber selber mit ihren Kindern verbringen. 

Die aktuelle Krise zeigt: Familien, insbesondere Alleinerziehende, die eine Arbeit in einem Niedriglohnsektor mit Familienarbeit vereinbaren müssen, sind besonders gefährdet, vollends in die Armut abzurutschen. Deshalb braucht es Chancengerechtigkeit, um das generationenübergreifende Weiterreichen von Armut zu bekämpfen. In der Schweiz und im Kanton Zürich ist die soziale Stellung der Eltern entscheidend für die Zukunft der Kinder (betreffend Bildungserfolg, Einkommen etc.). Um dem Weiterreichen von Armut entgegenzuwirken, muss einerseits ganz am Anfang eines Lebens in die frühe Förderung investiert werden, da frühkindliche Defizite nur schwer aufgeholt werden können. Weiter muss gerade auf einem Bildungsweg kontinuierlich sichergestellt werden können, dass gerechte Chancen in Bildungs- und Berufsfragen bestehen.