Armutsforum 2017: Wer keine Ausbildung hat, hat schlechte Karten

Über 120 Teilnehmende diskutierten am 11. Zürcher Armutsforum, wie Jugendliche den Übergang von der Schule in die Berufswelt oder die höhere Bildung schaffen.

Der Bildungsstand beeinflusst nicht nur die finanzielle Lage, sondern auch die Gesundheit, die Lebenserwartung, die Wohnsituation etc. Eine tiefe oder gar keine Berufsbildung bedeutet ein hohes Armutsrisiko. So haben rund zwei Drittel der jungen Sozialhilfebeziehenden im Kanton Zürich keine nachobligatorische Ausbildung. Die Bildungssoziologin Prof. Dr. Regula Julia Leemann zeigte am Armutsforum auf, wie soziale Herkunft und Migrationsmerkmale zu Chancenungleichheit führen.
 

In Bildung als Armutsprävention investieren

Als praktische Lösungsansätze wurden die Projekte «Netz2» (Begleitung von Jugendlichen in der Lehre) und «ChagALL» (Vorbereitung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund auf das Gymnasium) vorgestellt. Für Max Elmiger, Direktor von Caritas Zürich, ist klar: «Bildungspolitisch muss sichergestellt werden, dass auch benachteiligte Gruppen Zugang zu Bildung haben. Nur so kann sie nachhaltig als Armutsprävention wirken.»
 

Am 11. Armutsforum referierten:

  • André Woodtli, Vorsteher des Amts für Jugend und Berufsberatung des Kantons Zürich (AJB)
  • Anna-Katharina Thürer, Grundlagen Caritas Zürich
  • Prof. Dr. Regula Julia Leemann, Bildungssoziologin, Pädagogische Hochschule FHNW
  • Matthias Fuszenecker, Leiter Case Management Berufsbildung «Netz2» (AJB)
  • Dorothea Baumgartner, Trainerin und Gesamtleitung, Projekt «chagALL»
 Am Podium nahmen teil:
  • Prof. Dr. Regula Julia Leemann, Bildungssoziologin, Pädagogische Hochschule FHNW
  • Karin Fehr Thoma, Kantonsrätin Grüne, Mitglied Kommission für Bildung und Kultur KBIK
  • Peter Preisig, Kantonsrat SVP, Mitglied KBIK
Moderation: Christina Caprez, Journalistin und Soziologin
 

Präsentationen und Abstracts: