Caritas und Gesundheitsförderung Schweiz lancieren ein neues Projekt in den Caritas-Märkten, damit Armutsbetroffene gezielt Anreize erhalten, sich gesünder zu ernähren und häufiger zu bewegen. Denn in der reichen Schweiz haben nicht alle Menschen gleiche Chancen auf ein gesundes und langes Leben.
Darum können die Kundinnen und Kunden unserer Caritas-Märkte ab sofort frische Gemüse und Früchte besonders günstig kaufen und erhalten so einen finanziellen Anreiz, gesünder zu essen. Zudem erhalten sie beim Einkaufen nützliche Informationen zu gesunder Ernährung und Anregung zu vermehrter Bewegung. Dass das Projekt «Caritas-Markt - gesund!» auf Interesse stösst, zeigte ein Pilotversuch im Caritas-Markt Zürich-Oerlikon: «Dank der Vergünstigung von Gemüse und Früchten wurden diese Produkte während der Versuchsperiode dreimal so gut verkauft», so Rolf Maurer, Leiter der Genossenschaft Caritas-Markt.
Mit dem neuen Projekt «Caritas-Markt - gesund!» gehen Caritas und Gesundheitsförderung Schweiz innovative Wege zur gesundheitlichen Chancengleichheit. Denn je tiefer das Bildungsniveau, die berufliche Stellung und das Einkommen, desto grösser ist das Risiko, krank zu werden. «Personen mit tiefem Bildungsstand haben ein dreimal höheres Risiko zu Übergewicht und Adipositas als solche mit hoher Bildung, denn bei knappem Budget fehlt oft das Geld für eine ausgewogene Ernährung», sagte Sonja Kaufmann, Präsidentin der Genossenschaft Caritas-Markt. Ein wichtiges Mittel für gesundheitliche Chancengleichheit sei darum die Bekämpfung der Armut. Auch das jährliche BMI-Monitoring von Gesundheitsförderung Schweiz zeigt: Schülerinnen und Schüler, deren Eltern einen tieferen sozioökonomischen Status haben, sind häufiger übergewichtig oder adipös. Thomas Mattig, Direktor Gesundheitsförderung Schweiz: «Ob arm oder reich: Alle sollten die Chance haben, gesund zu leben. Gemeinsam mit Caritas sprechen wir gezielt Benachteiligte an, die sonst schwer zu erreichen sind.»